BMB Pressearchiv 2009


Dezember 2009


5/2009, Bergisches Wirtschaftsblatt


4/2009, KURS (Magazin der EVAG und der MVG)

September 2009


30.9.2009, Solinger Tageblatt


26.9.2009, Wuppertaler Rundschau


23.9.2009, Westdeutsche Zeitung

Juli 2009


4.7.2009, Westdeutsche Zeitung

Juni 2009

Ein Fest mit Stars aus Stahl
von Manfred Görgens

Beim 17. Bergischen Straßenbahnfest gab es etliche Schmuckstücke zu bestaunen – darunter auch ein Triebwagen der Bergbahn.

Gute Laune und viele Oldtimer: Bei Kaiserwetter besuchten etliche Wuppertaler zu Pfingsten das Straßenbahnfest in der Kohlfurth. Die wohl weiteste Anreise hatte allerdings Tammi aus Honkong, die derzeit ihre deutsche Freundin Lisa besucht – sie war Austauschschülerin in Hongkong. (Foto: Andreas Fischer)


Kohlfurth. Zwar hat „dat Fest mit alles“ seinen angestammten Sitz in der Barmer City, doch stellte sich am strahlend schönen Pfingstwochenende die Frage, ob so ein Prädikat nicht eher einem Konkurrenten in der Kohlfurth gebührt. Wahrlich, alles war da beim 17. Bergischen Straßenbahnfest: glitzernde Sonne auf den gekräuselten Wellen der nahen Wupper, Liegestühle im Strandcafé und gute Laune auch ohne tatsächliche oder nur vermeintliche Top Acts.


Stars gab es indessen, nur nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Stahl, Messing und Holz. Einer davon stand ganz hinten im Werkstattanbau. Sein Name: Triebwagen 94. Michael Schmerenbeck hat in den vergangenen Jahren schon einiges Herzblut in diesen Wagen gesteckt, aber die Leidenschaft des gelernten Elektroinstallateurs schlummert tief unter einem dicken bergischen Fell. Entsprechend prosaisch berichtet er über die Eckdaten des Triebwagens: „Der wurde ursprünglich für die Barmer Bergbahn gebaut. Unser Vereinsgründer Heinz Johann hat ihn 1966 erworben. Das Fahrzeug stand bei ihm in Hückeswagen.“

Großer Einsatz bei der Restaurierung:
Zielmarke ist Ende dieses Jahres


Mit solcher Musik im Ohr geht es regelmäßig in die Werkstatt. Ein Sonntag ist da schnell vorbei, aber auch so manches freie Stündchen in der Woche opfert Schmerenbeck der Leidenschaft für den Verein und die Straßenbahnen.

Das Schwierigste sei es, Ersatzteile zu finden. Doch gerade an solchen Aufgaben wächst man schließlich. Was sich nicht im Tausch oder auf Börsen erwerben lässt, wird mit großem Aufwand nachgebaut, damit auch der Triebwagen 94 irgendwann wieder so aussieht wie in seiner Jugend. Vier Vereinsmitglieder kümmern sich in der Kohlfurth seit einigen Jahren darum, Schmerenbecks Spezialgebiet sind dabei Messingbeschläge und Holzarbeiten. „Ich denke, dass wir noch im Laufe dieses Jahres fertig sein werden.“

1.6.2009, Westdeutsche Zeitung

Mai 2009

Museumsbahnen: Weg vom Bimmelbahn-Image
von Stefan Melneczuk

In der Kohlfurth wurde am Sonntag an das Ende der Straßenbahnlinie 5 erinnert. Der Verein hat viele Pläne für die Zukunft.

Kohlfurth. Beim Verein der Bergischen Museumsbahnen in der Kohlfurth sind Vergangenheit und Zukunft nur wenige Meter voneinander entfernt: Auf der einen Seite wurde dort mit einer Sonderfahrt gestern an das Ende der Straßenbahnlinie 5 zwischen Wuppertal und Solingen vor 40 Jahren erinnert.

Auf der Museumsstrecke zwischen der Kohlfurth und Möschenborn – hier am Haltepunkt Greuel – erinnerte gestern ein geschmückter Straßenbahnwagen an die letzte Fahrt der Linie 5 vor 40 Jahren.

Auf der anderen Seite hat der Verein ambitionierte Pläne für die Zukunft. Neben der letzten 600-Meter-Etappe zwischen den Haltepunkten Greuel und Möschenborn steht eine weitere Wagenhalle mit Nahverkehrsmuseum ganz oben auf der Liste.

Ob er der Straßenbahn in Wuppertal nachtrauert? Thomas Wächter – er trägt beim Pressetermin in der Museumsbahn eine alte Schaffner-Montur – muss als Vereinsmitglied bei dieser Frage nicht lange überlegen: „Natürlich“, sagt der 54-Jährige. „Letztendlich sind Straßenbahnen umweltfreundlicher als Busse.“

Bevor im Jahr 1987 die letzte Stunde der Wuppertaler Straßenbahnen schlug, war es am 3. Mai 1969 für die Linie 5 soweit: Zwischen Dönberg und Solingen brachte sie es auf fast 20 Streckenkilometer und eine Fahrtzeit von 71 Minuten. Der Stilllegung folgte – ebenfalls 1969 – die Gründung der Bergischen Museumsbahnen (BMB) als Verein. Auf dem späteren Museumsgelände in der Kohlfurth wurden vier Jahre später die ersten Fahrzeuge angeliefert. Der Fahrbetrieb startete am 24. Mai 1992.

Neben angekündigten Sonder-Aktionen zum 40-jährigen Vereinsbestehen (siehe Info-Kasten rechts) gibt es beim Ortstermin in der Kohlfurth auch deutliche Worte: Der Verein wolle – bei allen Erfolgen der vergangenen Jahrzehnte – „weg vom Bimmelbahn-Image“, das man nach wie vor gerne mit der Kohlfurth verbinde, erklärt der Vorsitzende Michael Schumann.

Gut 30000 Gäste im Jahr und ein Museum für die Barmer Bergbahn

Abgesehen davon, dass man mit jährlich gut 30000 Gästen nach dem Von der Heydt-Museum in Elberfeld das am zweithäufigsten besuchte Museum im Stadtgebiet biete, habe man sich nach dem Lückenschluss zum Möschenborn ein klares Ziel für die Zukunft gesetzt: Um mehr Platz für die Museumsbahnen zu bieten, soll in Nachbarschaft zur bestehenden Wagenhalle eine weitere errichtet werden. Auf zwischen 700000 und 800000 Euro werden die Kosten für eine Kombination aus Straßenbahn-Depot und Bergischem Nahverkehrsmuseum geschätzt – Geld, das vor allen Dingen durch Spenden und Sponsoren sowie durch Zuschüsse zusammenkommen soll.


Teil des Neubaus wäre ein modernes Ausstellungs-, Dokumentations- und Besucherzentrum, das auch die Barmer Bergbahn angemessen würdigt: Die bestehenden Halle beherbergt einen ihrer Wagen, der bereits seit sechs Jahren mit großem Aufwand auf Vordermann gebracht wird und auf der Museumsstrecke zum Einsatz kommen soll.

Wie berichtet, wurde die Bergbahn vor 50Jahren stillgelegt und bietet aus Sicht der BMB ein ideales Beispiel, Verkehrsgeschichte darzustellen. Und das weit über die Stadtgrenzen hinweg: Selbst aus den Niederlanden und Großbritannien wurden bereits Gäste in der Kohlfurth begrüßt – aus der näheren Umgebung kommen vor allen Dingen Familien und ältere Wuppertaler, die noch einmal das „Straßenbahn-Gefühl“ erleben wollen.


3.5.2009, Westdeutsche Zeitung

153 Höhenmeter bis Greuel
Von Nadine Schaulies

MUSEUMSBAHN Vor 40 Jahren wurde die Straßenbahnlinie 5 Solingen-Cronenberg stillgelegt.

Trotz seines Baujahres 1927 macht der zwölf Meter lange „Talbot-Wagen“ einen frischen und gepflegten Eindruck. Im Innenraum erwartet die Fahrgäste eine Einrichtung aus dunklem Holz und weinroten Ledersitzen. Ganz wie am 3. Mai 1969, dem Tag der vorerst letzten Fahrt, ist die Front mit Olivenzweigen und bunten Girlanden geschmückt. „Es war ein klares Zeichen des Zeitgeistes“, kommentierte der stellvertretende Vorsitzende Jörg Rudat auf dem Betriebshof an der Kohlfurther Brücke. Als die Linie 5, die von August 1914 bis Mai 1969 vom Solinger Mühlenplatz bis Wuppertal Elberfeld fuhr, stillgelegt wurde, spielten vor allem die aufkommende Auto-Euphorie und Kollisionen mit zahlreichen Straßenbauprojekten eine maßgebliche Rolle.

1992 wurde der Straßenbahnverkehr wieder aufgenommen

„Die Entscheidung hatte wirtschaftliche Hintergründe. Man wollte in Alternativen wie Obusse investieren und empfand die alten Straßenbahnen als zu teuer“, fasste der gelernte Raumplanungs-Ingenieur zusammen. 23 Jahre lang standen die beeindruckenden Zeitzeugen in der Warteschleife – bis der Personenverkehr 1992 mit Unterstützung von Johannes Rau wieder aufgenommen wurde. Die Freunde dieses Verkehrmittels, das ein Gradmesser der Kultur- und Wirtschaftslage seiner Zeit war, hatten sich durchgesetzt und konnten sich über die Wiederbelebung des Teilabschnittes zwischen der Kohlfurther Brücke und Wuppertal Cronenberg freuen.

Derzeit stehen insgesamt vier Wagen der Linie 5 zum Einsatz bereit. Ein fünfter wird folgen. Die Strecke, die durch reiche Wander- und Waldgebiete führt, erstreckt sich über sechs Haltestellen. Ausgangspunkt ist der Betriebshof der Bergischen Museumsbahnen e. V. Dann werden 153 Höhenmeter bis zur Station Wuppertal Greuel passiert. Dank des Streckenausbaus um weitere 600 Meter kann die Endhaltestelle Möschenborn zwar bereits angefahren werden, ein Ausstieg ist jedoch noch nicht möglich.

Die Bedeutung des großen ehrenamtlichen Engagements zeigt sich in jeder einzelnen Person. Ob durch den Vorsitzenden Jörg Rudat, durch Zugbegleiter Thomas Wächter oder durch die 250 Mitglieder des Vereins: In die Instandhaltung, die Pflege und den Ausbau der Strecken sowie des Fuhrparks werden jährlich zwischen 10 000 und 12 000 Arbeitsstunden investiert. Und der Einsatz lohnt sich, findet auch Bahnfahrer Uwe Dietrich: „Für mich ist das eine der schönsten Überlandstrecken, die es heute noch gibt.“ In Zukunft soll eine zweite Museumshalle auf dem Nachbargrundstück des Betriebshofes mehr Raum für die Wagen und für zeitgenössisches Ausstellungsmaterial bieten.

4.5.2009, Solinger Tageblatt

April 2009

Die Industrie im Metallschrank
Von Frank Weiffen

Zwölf Industriemuseen zeigen in einer Wanderausstellung Exponate zum Anfassen. Hinter den Türen von Metallspinden verbergen sich Überreste der bergischen Industriegeschichte.
Von 8. Mai bis 2. August.

Schlebusch - Der Mensch fasst gerne Dinge an. Tasten, Berühren - das ist so wichtig wie Sehen. Die Ausstellung „Mit Feuer und Wasser“, die bald im Freudenthaler Sensenhammer zu sehen ist, macht sich diese menschliche Vorliebe zu Nutzen: Zwölf Industriemuseen der Region stellen ihre „Exponate“ vor und zeigen, für welchen Teil bergischer Industriekultur sie stehen. Besucher können dabei „handfest“ den Fragen nachgehen: Wie fühlt sich der Stahl einer Schere an? Wie flauschig ist ein Ballen Baumwolle? Wie ist die Oberfläche dieses Stoffstücks beschaffen?

Der Führerblock einer historischen Straßenbahn mit Blick auf Gleise im Wuppertaler Kaltenbachtal. BILD: RALF KRIEGER

Die teilnehmenden Museen gehören dem „Netzwerk Industriekultur Bergisches Land“ an, das diese Schau als Wanderausstellung organisierte: Sie kommt in den nächsten zwei Jahren bis ins Ruhrgebiet. Jedes Museum wird im Innern eines Metallspinds präsentiert, wie er seit jeher in den Kabinen von Arbeitern steht. Die Idee zu diesen „Themenschränken“ stammt vom Düsseldorfer Künstler Andreas Thein und seiner Kollegin, der Kommunikationsdesignerin Melanie Polack, die die Ausstellung konzipierten. So hängen im Spind der Schleiferei Wipperkotten Schleifbänder und Schleifsteine. Die Solinger Gesenkschmiede Hendrichs ist mit Gussformen für Scheren und mehreren Scherenmodellen vertreten. Im Schrank der Bergischen Museumsbahnen befindet sich ein Führerblock zum Lenken historischer Straßenbahnen, eine Fototapete zeigt Gleise im Wuppertaler Kaltenbachtal. Im Spind des Bensberger Museums für Bergbau wird mit einem von der Decke baumelnden Grubenkorb nebst Kohlehaufen die „Unter-Tage-Atmosphäre“ vermittelt.

Kurz: Hinter jeder zu öffnenden Türe steckt eine Überraschung. „Offenheit als Konzept“, nennt dies Wilhelm Matthies, Leiter ebenfalls vertretenen Industriemuseums Sensenhammer. Man könnte auch sagen: Alles erinnert an den guten alten Adventskalender. Und der war schon immer eine gute Sache.

„Mit Feuer und Wasser“ ist vom 8. Mai bis zum 2. August dienstags bis freitags 10 bis 13 Uhr, samstags 12 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: drei Euro (ermäßigt zwei Euro).

21.4.2009, Kölner Stadtanzeiger

Mit der Museumsbahn quietschend den Berg hinauf
von Julia Perkowski

Historisch: Kohlfurth – Cronenberg und zurück. Die erste Fahrt der Museumsbahn ist ausgebucht.

Bei der ersten Fahrt von der Kohlfurth nach Cronenberg war die Museumsbahn voll besetzt. (Fotos (2): Andreas Fischer)

Wuppertal. In Biergärten und Cafés sitzen die Menschen dicht gedrängt: Am Ostersonntag zieht es viele nach draußen an die frische Luft. Auch am Eingang zur Museumsbahn an der Kohlfurther Brücke staut es sich zeitweise – die erste Bahnfahrt in diesem Jahr ist vor allem für Eltern und Großeltern mit Kindern ein spannender Osterausflug.

„Das Wetter ist so schön und wir wollen mit den Kindern nicht nur drinnen sitzen,“ sagt Yvonne Kasimir. Sie und ihre drei Kinder nutzen die Bahn regelmäßig. „Wir fahren auf den Berg und dann gehen wir zu Fuß runter und sammeln Blätter und schauen uns Insekten an,“ erzählt die kleine Nadine.

In den Kurven halten sich die Kinder die Ohren zu


Dann quietscht es hinter der großen Werkshalle, in der die alten Bahnen restauriert und in Schuss gehalten werden. Wenig später fährt die Bahn die letzten Meter zu den wartenden Fahrgästen. Zwei Wagen sind an diesem Tag in Betrieb. 32 Sitzplätze gibt es pro Bahn. Dreißig Minuten dauert eine Fahrt, bis man wieder am Ausgangspunkt angekommen ist.


Nach fünf Minuten Pause und beladen mit neuen Fahrgästen macht sich die Bahn wieder auf den Weg durch das enge Tal und kämpft sich den Berg hoch. Die kleinen Fahrgäste schauen begeistert aus dem Fenster und halten sich in den Kurven die Ohren zu.

„Es ist wie früher, als die Bahnen noch durch die Stadt gefahren sind.“
Liesel Winter, Fahrgast


Das Quietschen der alten Bahn erinnert zumindest die älteren Fahrgäste an andere Zeiten: „Es ist wie früher, als die Bahnen noch durch die Stadt gefahren sind. Die waren auch ziemlich laut,“ sagt Liesel Winter. Überhaupt ist alles in der Bahn nostalgisch, erinnert an längst vergangene Zeiten.

Der Schaffner kontrolliert die Fahrkarten und die alten Schilder, die darum bitten nicht zu rauchen versetzen die Fahrgäste um Jahre zurück: „Ich fühl mich wieder wie der junge Kerl, der ich mal war, als ich täglich mit der Bahn zur Arbeit gefahren bin,“ sagt Rüdiger Kleine.

Nur das Bimmeln eines Handys dämpft kurz vor der Endstation die nostalgische Stimmung. „Ich will raus, es ist so warm,“ sagt ein kleiner Junge einige Plätze weiter vorne. Die Erklärung seiner Mutter, dass die alten Wagen keine Klimaanlage haben, bekommt er nicht mit. Er ist schon auf dem Weg zur Spielzeugbahn, die ihn für kurze Zeit selbst zum Lokführer werden lässt.


13.4.2009, Westdeutsche Zeitung